Eine einzig(e)(artige) Vorgehensweise

Immer wieder werde ich gefragt, wie man mit Gefühlen in bestimmten Lebenssituationen umgehen soll und immer wieder habe ich mich selbst aufs Neue gefragt, ob es da eine allgemein gültige Vorgehensweise gibt. Ja, es gibt sie. Und sie ist so einfach, dass wir es meist viel zu kompliziert machen, weil wir so einen hochentwickelten Geist, einen wirklich phänomenalen Intellekt besitzen (und das ist übrigens völlig unabhängig von irgendwelchen Schulnoten, die Du vielleicht früher mit nach Hause gebracht hast). 

Gefühle gehen auf und ab. Manchmal fühlen wir uns blockiert. Ich möchte Dich heute anregen, eine ganz einfache Übung zu machen. Vielleicht hast Du sie so oder so ähnliche schon gemacht, vielleicht ist sie auch ganz neu für Dich.

Es geht darum, inne zu halten. Einfach indem Du dies beabsichtigst. Vielleicht ist es ein Gefühl des inneren Anhaltens oder Du brichst einfach kurz, was Du gerade tust, indem Du Dir bewusst wirst, was es ist, was Du gerade tust. Und dann versuch mal das Gefühl, das gerade präsent ist, wahrzunehmen. Es einfach zu fühlen und so gut wie möglich zu halten. Es also weder wegzuschieben, noch es zu überdenken, zu interpretieren oder zu analysieren.  Halte nur das Gefühl. Kannst Du die Energie dahinter spüren? 

Ich möchte Dich einladen diese Übung an jedem Abend für die nächsten sieben Tage zu machen und dabei für etwa 3 bis 5 Minuten bei dem Gefühl zu verweilen, das gerade da ist, kurz bevor Du ins Bett gehst. Nimmst Du diese Herausforderung an? 

Einige werden dabei überrascht fest stellen, dass das Gefühl kurz vor dem ins Bett gehen jeden Abend ganz ähnlich ist, und einige werden fest stellen, dass die Gefühle komplett unterschiedlich sind. Es ist nicht wichtig ob es Abends immer das gleich Gefühl ist oder ob Du starke Abweichungen feststellst. Wichtiger ist dass Du etwas über Dich gelernt hast, was Du vorher noch nicht wusstest. Und Du musst mit diesem Wissen noch nichts anfangen. Wiederhole diese Übung und nach sieben Tagen wirst Du merken, dass sich etwas verändert. Ich weiss nicht, wie Du es merken wirst: Ob Du plötzlich an einem der Tage eine tiefe Einsicht hast, ob das Gefühl sich mit der Zeit verändert oder stabilisiert, ob sich Deine Stimmung generell ändert oder Dir etwas wundervolles im Leben wieder fährt, was scheinbar gar nichts mit dieser Übung zu tun hat… Lass Dich überraschen. Und poste unten gern einen Kommentar. Ich möchte Erfahrungen von anderen Menschen sammeln, denn auch das macht eine Veränderung, bedeutet Wachstum, Entdeckungen, Bewusstheit und eine größere Aufmerksamkeit.

10 Kommentare werden angezeigt
  • Ellen
    Antworten

    Hallo Karsten, vielen Dank für den Tipp ! Ich werde es mal ausprobieren!
    Liebe Grüße
    Ellen

    • Karsten Küstner
      Antworten

      Sehr gern, liebe Ellen! Wie geht es mit dem Ausprobieren?

  • Christine Geiler
    Antworten

    Hallo Karsten,
    ich nenne das Gefühl, in mir landen. Ich praktiziere es immer, wenn ich kann und überall, wenn mein Verstand davonzugaloppieren versucht. Es ist wie kraftvolle Lebendigkeit. Sie fühlt sich an wie Absolutivitat
    ohne Widerstände. Weder gegen mich noch gegen andere. Es entsteht ein Raum der sich riesig eröffnet und der schwer zu beschreiben ist, ich nenne ihn die Liebe, die ist.

    • Karsten Küstner
      Antworten

      Du benennst die Dinge sehr schön und stimmig, liebe Christine!

  • Manuela
    Antworten

    Lieber Karsten, ich möchte Dir für’s erste sagen, wie dankbar ich immer wieder für deine Unterstützung bin, für die großartigen Anregungen die du uns gibst und die wunderbaren Erfahrungen die Du in die Welt bringst und mit uns teilst.
    Ich nehme die Herausforderung an und werde berichten.
    Herzliche Grüße

    • Karsten Küstner
      Antworten

      Liebe Manuela, ich weiß dass Du immer für eine Herausforderung zu haben bist 😉 Freue mich!

  • Christoph
    Antworten

    Hallo Karsten, bisher tat ich es, wie oben jemand beschrieb und nahm jede Möglichkeit, um ein unangenehmes Gefühl zu halten, AUSzuhalten, zu sehen, wie es sich manchmal veränderte, wie teilweise “absurde” Bilder erschienen, denen ich aber weiter folgte.. Oftmals gab es nach recht kurzer Zeit eine emotionale Entlastung, eine Art von Frieden war entstanden 🙏🏻

    Ich werde nun jedoch Deinem Vorschlag folgen und die Übung vor dem Einschlafen machen. Mal sehen was bis Neujahr passiert ist…

    Danke für Deine engagierte Unterstützung!

    • Karsten Küstner
      Antworten

      Sehr gern, lieber Christoph! Und ich bin schon gespannt zu hören/sehen, was weiter geschieht…

  • Manfred Sailer
    Antworten

    Hallo Karsten,

    schon seit längerer Zeit setze ich mich immer wieder hin und verweile bei dem Gefühl das gerade da ist. Oft praktiziere ich das auch erst einmal vor ich meditiere. Das Gedankenkarusell kommt bei mir dadurch sehr schnell zur Ruhe, Widerstände lösen sich und ich entspanne. Das Gefühl mit dem ich in die Übung einsteige kann stabil bleiben. Wenn ich jedoch nicht gut drauf bin löst sich in aller Regel etwas und ich fühle mich besser, manchmal befreit oder zumindest befreiter. Also es tut mir gut. Mitunter steigen auch Einsichten in mir auf. Ich habe jetzt versucht abends kurz vor dem zu Bett gehen daran zu denken. Ein paar mal hat es geklappt ein paar mal nicht, muss meinem Gedächtnis jetzt etwas nachhelfen. Dabei scheint es bei mir jedoch so zu sein, dass ich dann gefühlsmäßig meist ähnlich drauf bin. Ich tue Abends die letzten ein bis zwei Stunden vor dem zu Bett gehen meist nichts mehr, was den Verstand anregt oder Emotionen auslöst. Das lässt mich geistig-emotional zur Ruhe kommen. Geistig und gefühlsmäßig tut sich dann nicht viel. Es ist dann meist gut so wie es ist. Manchmal nehme ich mit meinen inneren Sinnen einen Klang oder eine Melodie wahr.

    • Karsten Küstner
      Antworten

      Das ist sehr schön zu lesen, dass Du den Tipp nutzt, lieber Manfred. Immer weiter so 🙂

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